Frankreich und das Ende des Kalten Krieges. Gefühlsstrategien der Équipe Mitterrand 1981–1990

Vortrag von Frederike Schotters

Do, 7.2.2019, 18:00
Humboldt-Universität zu Berlin
Unter den Linden 6
Hörsaal 1070
10117 Berlin
Deutschland

 

Der Eintritt ist frei.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

 

Wie finden Akteure der internationalen Beziehungen Auswege aus Konfrontationen? Das Bild der französischen Präsidentschaft zwischen „Zweitem Kalten Krieg“ und deutscher Wiedervereinigung ist in der Forschung bislang von großer Ambivalenz geprägt. Mit dem Ende der Entspannung zwischen Ost und West, Blockaden in der europapolitischen Zusammenarbeit und transatlantischen Konflikten wurde der Übergang von den 1970er zu den 1980er Jahren von Zeitgenossen als umfassende Krise empfunden. Zudem trat François Mitterrand das Amt des französischen Präsidenten in der Erwartung eines gewaltigen politischen Umbruchs an: Er ging davon aus, dass die Sowjetunion auf mittelfristige Sicht zu geschwächt sein würde, um die Dominanz über ihr Imperium aufrechtzuerhalten. In den 1980er Jahren entwickelte die équipe Mitterrand Ideen und Konzepte zu einer umfassenden Neustrukturierung der internationalen Staatengemeinschaft. Mit spezifischen, auf Emotionen basierenden Strategien versuchte sie, sich und anderen Akteuren neue Handlungsspielräume zu generieren und dadurch Auswege aus den Konfrontationen zu eröffnen.

Dr. Frederike Schotters ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Neuere Geschichte der Universität Tübingen und promovierte zum Thema "Angst – Vertrauen – Empathie. Gefühlsstrategien der équipe Mitterrand zwischen ‚New Cold War‘ und ‚New Détente‘ 1981-1990" an der Universität Duisburg-Essen.

 

Eine gemeinsame Veranstaltung der Humboldt-Universität zu Berlin und des Berliner Kollegs Kalter Krieg.

Es werden Fotos für Dokumentationszwecke gemacht.